BIOGRAPHIE
BIOGRAPHIE
Shan-Chi Hsu ist eine in Deutschland lebende taiwanesische Pianistin, deren Repertoire von der frühen Barockmusik bis hin zur zeitgenössischen Musik reicht. Geprägt durch die klassische Tradition und zugleich fasziniert von der experimentellen Sprache zeitgenössischer Werke, versteht sie Tradition und Experiment nicht als getrennte Wege, sondern als miteinander verwobene Elemente, die sich gegenseitig bereichern.
Geboren in Taiwan, begann sie bereits in jungen Jahren Klavier und Cello zu spielen und erhielt ihre spätere Klavierausbildung bei Rolf-Peter Wille. Mit seiner Unterstützung zog sie nach Deutschland, um ihre musikalische Ausbildung an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover bei Bernd Goetzke fortzusetzen, wo sie Bachelor-, Master- und Konzertexamen-Abschlüsse erwarb. Während dieser Zeit entdeckte sie ihre Leidenschaft für zeitgenössische Musik, die insbesondere durch ihr Studium bei Pierre-Laurent Aimard an der Hochschule für Musik und Tanz Köln gefördert wurde. Weitere musikalische Impulse erhielt sie von Künstlern wie Sir András Schiff, Menahem Pressler und Robert Levin, und sie entwickelte einen Spielstil, der für seine Sensibilität, Reife und Individualität gelobt wird.
Auftritte führten Shan-Chi Hsu durch Europa und Asien; sie war zu Gast bei bedeutenden Festivals wie dem Stresa Festival, dem Lucerne Festival, ManiFeste (IRCAM) in Paris, dem Festival d’Aix-en-Provence, dem Gaudeamus Festival, den Wittener Tagen für Neue Kammermusik und dem Impuls Festival. Für die Saison 2023/24 wurde sie als Pianistin für die Internationale Ensemble Modern Akademie ausgewählt und für 2026 als Mitglied des Ulysses Ensemble. Sie war an der Uraufführung von mehr als fünfzig neuen Werken beteiligt und arbeitete mit Ensembles wie dem Ensemble Modern und dem Ensemble Intercontemporain sowie mit Dirigenten wie Sandro Gorli, Michael Wendeberg und Pierre Bleuse zusammen. Zudem arbeitete sie mit Komponist wie Clara Iannotta, Marco Stroppa, Mark Andre, Márton Illés und Franck Bedrossian.
Als klassische Solistin trat sie unter anderem mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim und dem Nationalen Sinfonieorchester Taiwan auf. Zu ihren Auszeichnungen zählen der 31. CHIMEI Cultural Foundation Artist Award in Taiwan, das #MusikerZukunft-Stipendium der Deutschen Orchester-Stiftung und das Stipendium für zeitgenössische Musik der Ernst von Siemens Musikstiftung.
Aus der Verbindung von Kammermusik und ihrem Engagement, neue Werke vielfältiger kompositorischer Stimmen auf die Bühne zu bringen, gründete sie das Trio Track3 (Klarinette–Viola–Klavier), das sich der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts widmet. Das 2024 gegründete Trio arbeitet an der Erweiterung seines Repertoires und engagiert sich für die Uraufführung neuer Werke. Zuletzt wurde das Trio mit dem Dwight and Ursula Mamlok Prize for Interpreters of Contemporary Music ausgezeichnet und gab sein Debüt im Konzerthaus Berlin, wo die Musiker vom Tagesspiegel für ihre „Expressivität und klangliche Sensibilität“ gelobt wurden.
Im Cembalospiel und in der Liedinterpretation fand sie weitere Inspiration. Abseits des Klaviers verbringt sie ihre Zeit gern mit Schach und analoger Fotografie.